Neue Norm ISO 20999 zur Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilprodukten mittels Combustion Ionenchromatographie (CIC)
09.06.2026
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Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) wurden in der Vergangenheit aufgrund ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften in Textilien verwendet. Allerdings können solche Textilien beim Waschen oder bei unsachgemäßer Entsorgung PFAS an die Umwelt abgeben. Die wachsende Besorgnis über die Langlebigkeit von PFAS in der Umwelt hat viele Hersteller dazu veranlasst, PFAS zu ersetzen oder alternative Stoffe zu entwickeln.
Gleichzeitig nimmt der regulatorische Druck zu. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) schlägt eine Beschränkung von PFAS in Textilprodukten (TULAC) mit einem maximalen Gesamtfluorgehalt (TF) von 50 mg F/kg vor. Die kalifornische Staatsversammlung hat bereits eine Beschränkung mit einem maximalen Gesamtgehalt an organischem Fluor (TOF) von 100 ppm ab dem 1. Januar 2025 erlassen, die am 1. Januar 2027 weiter auf 50 ppm gesenkt werden soll.
Diese Regulierungsbehörden haben Summenparameter wie Gesamtfluor und organisches Gesamtfluor gewählt, da nur eine begrenzte Anzahl von PFAS durch gezielte Analysen mittels LC-MS/MS oder GC-MS/MS quantifiziert werden kann. Eine bekannte Einschränkung dieser Summenparameter besteht darin, dass der Beitrag anderer fluorierter Substanzen, wie z. B. Biozide, nicht ausgeschlossen werden kann. Dennoch ermöglichen sie ein effizientes Screening von Textilien, um zu beurteilen, ob weitere gezielte Analysen erforderlich sind.
Die neu veröffentlichte Norm ISO 20999 «Textilien – Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilprodukten – Combustion- und Ionenchromatographieverfahren (CIC)» bietet ein standardisiertes Verfahren zur Messung des Gesamtfluorgehalts in Textilien. CIC-Spezialisten von Metrohm haben die Entwicklung der Norm mit ihrem Fachwissen unterstützt. Mit ISO 20999 lässt sich nicht nur der Gesamtfluorgehalt bestimmen, sondern auch der Gesamtchlorgehalt, der Gesamtbromgehalt und der Gesamtjodgehalt. Dies trägt zusätzlich dazu bei, Textilprodukte wie Fasern, Gewebe, Kunststoffkomponenten (einschließlich Beschichtungen) und Holz (Zellstoff) auf potenzielle Gesundheitsrisiken zu bewerten, da ein erhöhter Gesamtchlorgehalt und Gesamtbromgehalt auf Flammschutzmittel oder Biozide hinweisen kann.
Wenn Sie mehr über die Analyse von TF und TOF mittels CIC erfahren möchten, lesen Sie unsere kostenlosen Beiträge:
Blog-Beitrag: Die Geschichte der Combustion Ionenchromatographie
Application Note: Bestimmung von Fluor in den Fluorchemikalien von Textilien mittels Combustion IC