Sie wurden zu Ihrer lokalen Version der angefragten Seite umgeleitet
Grüner Wasserstoff: Präzise Messtechnik beschleunigt die Katalysatorentwicklung

Grüner Wasserstoff: Präzise Messtechnik beschleunigt die Katalysatorentwicklung

27.05.2026

News

Grüner Wasserstoff gilt als einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft. Dank seiner hohen Energiedichte und der emissionsfreien Nutzung könnte er einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Forscher weltweit arbeiten daher intensiv an effizienteren Verfahren zur Wasserstoffproduktion – im Fokus stehen dabei neue Katalysatoren und moderne Messtechnik.

Elektrolyse als Schlüsseltechnologie

Die derzeit wirtschaftlichste Methode zur Herstellung von grünem Wasserstoff ist die Elektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe von elektrischem Gleichstrom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Entscheidend für die Effizienz dieses Prozesses sind die verwendeten Katalysatoren, die die chemischen Reaktionen an den Elektroden beschleunigen.

Ein großes Problem: Hochleistungs-Katalysatoren wie Platin sind teuer, während kostengünstigere Materialien häufig eine geringere Reaktionsgeschwindigkeit aufweisen. Ziel der Forschung ist deshalb die Entwicklung neuer Katalysatoren, die leistungsfähig, langlebig und gleichzeitig bezahlbar sind.

Potentiostaten unterstützen die Forschung

Zur Analyse und Entwicklung dieser Materialien kommen sogenannte Potentiostaten zum Einsatz. Mit diesen elektrochemischen Messgeräten lassen sich wichtige Eigenschaften eines Katalysators untersuchen – darunter Aktivität, Stabilität und Wirkungsgrad.

Besonders relevant sind dabei die beiden Teilreaktionen der Wasserspaltung:

  • die Wasserstoffentwicklungsreaktion (HER) an der Kathode
  • die Sauerstoffentwicklungsreaktion (OER) an der Anode

Da beide Reaktionen vergleichsweise träge ablaufen, müssen Katalysatoren die notwendige Aktivierungsenergie deutlich reduzieren.

Aktivität und Effizienz präzise messen

Forscher nutzen verschiedene elektrochemische Verfahren, um die Leistungsfähigkeit neuer Materialien zu bestimmen. Dazu zählen unter anderem:

  • Lineare Polarisation (LSV) zur Bestimmung der Überspannung
  • Tafel-Analysen zur Untersuchung der Reaktionskinetik
  • Koutecký-Levich-Analysen zur Trennung von kinetischen und Massentransporteffekten
  • Elektrochemische Impedanzspektroskopie (EIS) zur zerstörungsfreien Analyse von Reaktionsabläufen

Mit diesen Methoden können Wissenschaftler erkennen, wie effizient ein Katalysator arbeitet und wie schnell Elektronen übertragen werden. Je geringer die benötigte Überspannung und je kleiner der Widerstand im System, desto besser eignet sich der Katalysator für die industrielle Wasserstoffproduktion.

Stabilität entscheidend für den Praxiseinsatz

Neben der Leistungsfähigkeit spielt vor allem die Langzeitstabilität eine wichtige Rolle. Für industrielle Anwendungen müssen Katalysatoren über tausende Betriebsstunden hinweg zuverlässig funktionieren.

Zur Überprüfung werden Methoden wie Chronoamperometrie, Chronopotentiometrie und Cyclovoltammetrie eingesetzt. Dabei beobachten Forscher, wie sich Strom und Spannung über lange Zeiträume verändern. Besonders stabile Materialien zeigen dabei nur minimale Leistungsabfälle.

Wasserstoff als Motor der Energiewende

Die Forschung an neuen Elektrokatalysatoren gilt als zentraler Baustein für die zukünftige Wasserstoffwirtschaft. Moderne Analyseverfahren und leistungsfähige Potentiostaten helfen dabei, effizientere und kostengünstigere Materialien zu entwickeln.

Mit Fortschritten in diesem Bereich könnte grüner Wasserstoff künftig eine Schlüsselrolle in Industrie, Mobilität und Energieversorgung übernehmen – und damit die globale Energiewende entscheidend beschleunigen.

Erfahren Sie mehr über unsere Lösungen für die Wasserstoffindustrie

Erfahren Sie mehr über Potentiostaten von Metrohm

Prospekt: Elektrokatalyse - Komplettlösungen für die Elektrokatalyse und Messungen unter erzwungener Konvektion